Upside-Down-Federgabeln (USD Gabeln)

Dieser Artikel macht den häufig nicht verstandenen Unterschied zwischen normalen Federgabeln und Upside-Down-Gabel verständlich und erläutert die Technik sowie Vor- und Nachteile von USD-Gabeln.

Normale Federgabeln bestehen aus den Tauchrohren, den Standrohren, der Gabelbrücke und dem Gabelschaft. Die Standrohre (heißen so, weil sie feststehen) sind der obere Teil der Federgabel, also jene Rohre, die in die Tauchrohre eintauchen. Die Tauchrohre sind über eine Brücke miteinander verbunden (kurze Brücke über dem Reifen) und bilden eine Einheit. Diese Einheit wird auch Casting genannt. Die untere Verbindung wird über die Nabe bzw. die Achse hergestellt. Normale Federgabeln werden auch mit RightSideUp  bezeichnet.

USD-Gabeln: mehr Stabilität und besseres Ansprechverhalten

Upside-Down-Gabeln funktionieren genau umgedreht. Hier werden die Tauchrohre in den Standrohren geführt. Die dünneren Tauchrohre, welche an der Nabe befestigt sind, gleiten beim Federn in den Standrohren. Die dicken Standrohre oben zu platzieren hat den Vorteil, dass die Stabilität zunimmt, da am oberen Ende natürlich die größten Hebelkräfte wirken.
Hinzu kommt der Vorteil der reduzierten bewegten Massen (Nabe, Rad, Gleitrohre), was wiederum zu einer besseren Sensibilität der Gabel führt. Das heißt, dass eine USD-Gabel  besser und schneller anspricht, als eine normale Teleskopgabel. Ein Nachteil ist das höhere Gewicht gegenüber normalen Gabeln. Dazu tragen auch die überdimensionierten Naben und Achse bei, denn diese müssen alle Kräfte aufnehmen.

Eingesetzt werden die USD-Federgabeln besonders im Downhill- und Freeride Bereich. Für den XC-Einsatz ist die USD-Technik einfach zu schwer und auch zu teuer im Hinblick auf die Fertigung. Außerdem sind die Federwege deutlich kürzer als im DH, weshalb sich die aufwendige Konstruktion einer USD Gabel nicht lohnen würde.

Manitou Dorado

Derzeit gibt es am Markt nur eine vernünftige Federgabel von Manitou mit der USD-Technik (Stand 2012, mittlerweile gibt es einige USD-Gabel wie z.B. die DVO Emerald oder die Rock Shox RS-1 fürCross Country). Die Manitou Dorado bietet ein vergleichsweise noch geringes Gewicht (unter 3kg) gepaart mit hoher Steifigkeit und guter Funktionalität. Sie kann entweder mit 180 oder 200mm Federweg gefahren werden und bietet mit der 20mm Steckachse genügend Stabilität. Eine Version für29″ Bikes ist ebenfalls erhältlich.

DVO Emerald

Mittlerweile mischt ein neuer Player den USD-Markt auf. Die neugegründete Firma aus den USA präsentierte vor Kurzem eine neue Upside-Down-Federgabel mit diversen technischen Neuerungen. Mehr dazu hier: Vorstellung DVO Emerald.

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