Vergleich offenes Ölbad und geschlossenes System

Die Dämpfung in einer Federgabel wird durch das Strömen von Öl bestimmter Viskosität durch kleine und große oder veränderliche Bohrungen realisiert.

Suntour Axon EL-R

Schnittbild einer Suntour Axon EL-R mit elektrisch einstellbarer Zugstufe

Dabei unterscheidet man zwei Bauarten.

Zum einen das offene Ölbad und andererseits das geschlossene System (Kartusche).

Doch wo liegen die Unterschiede, was sind Vor- und Nachteile? Darauf möchte ich in diesem Artikel näher eingehen.

Beim Arbeiten in der Federgabel, durch schnelles Ein- und Ausfedern, häufiges Komprimieren in kurzer Zeit, zum Beispiel auf einer ruppigen Abfahrt, erwärmt sich das Öl im Dämpfer.

Durch die dabei entstehenden Druckunterschiede an der Kolbenober- und unterseite können sich Luftblasen im System bilden. Das Öl würde aufschäumen und den Dämpfer außer Kraft setzen.

Diesen Effekt nennt man Kavitation. Die negativen Auswirkungen von stark erwärmten Öl sind übrigens auch der Grund dafür, dass die Dämpfung immer im rechten Gabelholm stattfindet, also in dem Holm, an welchem nicht die Scheibenbremse befestigt ist, da diese beim Bremsen viel Wärme erzeugt.

Um der Kavitation entgegen zu wirken, gibt es nun zwei Systeme.

Offenes Ölbad

Beim offenen Ölbad bekommt der Dämpfer das Öl aus dem umgebenden Ölbad („open bath“ oder „open cartridge“).

Der Vorteil dieses Systems ist die gute Wärmeabfuhr aufgrund der großen Menge an Öl. Eine größere Ölmenge hat eine größere Oberfläche und kann somit schneller die Wärme an die Umgebung abführen.

Zusätzlich sorgt das frei umlaufende Öl für eine permanente und ausreichende Schmierung der Lagerbuchsen und Dichtungen. Die einfache Bauweise und Wartung sind weitere Vorzüge des Systems.

Nachteile ergeben sich durch eventuell eindringenden Schmutz, der direkt im Ölkreislauf landet und unter Umständen zu Beschädigungen an kleinen Ölbohrungen führen könnte.

Darüber hinaus eine Gabel mit offenem Ölbad meist schwerer als ein geschlossenes System.

Geschlossenes System / Kartusche

Ein geschlossenes System bietet den Vorteil, dass kein Schmutz von außen eindringen kann.

Eine Dämpferkartusche ist außerdem leichter, da weniger Öl vorhanden ist.

Durch die in sich geschlossene Dämpfungseinheit können feinere und aufwendigere Konstruktionen realisiert werden, welche die Performance der Dämpfer verbessern sollen.

Ein Nachteil des geschlossenen Systems ist die schwierige Wartung, da sich die meisten Kartuschen nur mit Spezialwerkzeugen öffnen lassen und dadurch zwangsläufig jeder Service nur beim Vertragshändler durchgeführt werden kann.

Um Kavitation zu verhindern, stehen manche Modelle unter Druck, welcher beim ֖ffnen der Kartusche durch Laien zu Verletzungen führen könnte.

Fazit „offenes Ölbad“ vs. Kartusche

Eindeutig lässt sich die Frage, welches System nun besser sein soll, nicht beantworten.

Beide bieten Vor- und Nachteile. Wer seine Federgabel gerne selbst warten möchte, sollte eher zum offenen Ölbad greifen.

Wer die letzten paar Gramm sparen möchte und kein Problem damit hat, die Gabel für ein oder zwei Wochen zum Service zu schicken und 60-150 Euro dafür zu zahlen, der greift zur Kartusche.

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